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Die militärische Lage im Raum zwischen Theiß und Donau ist im Hinblick

auf die Umsiedlung nicht klar zu erkennen. Die jazygischen Sarmaten sind,

vielleicht von anderen Stämmen oder vom Militär bedrängt, tatsächlich nach Süden

vorgedrungen. Es könnte

jedoch

auch die Gefahr bestanden haben, dieses meist

von Sarmaten bewohnte Gebiet in die Provinz

Sarmatia

einzugliedern, die Marcus

Aurelius im

Barbaricum

neben

Marcomannia

zu gründen geplant hatte.

Die Historia Augusta berichtet darüber wie folgt: “

…er wollte

Marcomannia

und

Sarmatia

römische Provinzen machen und hätte es auch getan, wenn während

seiner Regierungszeit sich Avidius Cassius im Osten nicht gegen ihn erhoben

hätte…

”. Diese Behauptung lässt vermuten, Marcus Aureliu habe um das Jahr 177

beschlossen, die beiden Provinzen im

Barbaricum

zu gründen, als im Orient der

Aufstand des Avidius Cassius stattgefunden hat.

Es ist nicht klar, wie weit südlich sich die Provinz

Sarmatia

erstrecken sollte.

Damals müssen aber die barbarischen Stämme, die dieses Areal bewohnten, davon

erfahren haben. Die jazygischen Sarmaten haben den Vorstoß nach Süden ins

Gebiet zwischen Theiß und Donau begonnen und dabei versucht zu verhindern,

dass sie in die römische Provinz einverleibt werden. Das kann die Migration der

jazygischen Sarmaten nach Süden in das Gebiet zwischen Theiß und Donau bis zur

Mündung der Marosch in die Theiß erklären. Unter diesem Druck der Sarmaten hat

die Bevölkerung zwischen Theiß und Donau versucht, sich in den Gebieten östlich

der Theiß in Sicherheit zu bringen. Die Einheimischen dieses Areals konnten nicht

die Donau in Richtung Pannonia Inferior überqueren, aber sie konnten sich den

Gebieten östlich der Theiß nähern um sich hier niederzulassen. Die jazygischen

Stämme sind vorgedrungen und haben ein neues Gebiet besetzt, viel näher an der

Donau im Süden des “Beutels“. Die Siedlungen dieses Raumes waren gezwungen,

sich nach der östlichen Theiß zurückzuziehen, um sich zu retten. Diese Umzüge

haben zwischen der Theiß und der Donau vermutlich militärische Konflikte ausgelöst.

Folglich musste die Armee zu deren Schlichtung in Dakien eingreifen und schließ-

lich durch das Akzeptieren der Ortsbewohner innerhalb der Provinzgrenzen das

Problem lösen.

Als erste Umsiedlung erwähnt Dio Cassius während des Legaten

C. Vettius

Sabinianus Iulius Hospes

(180–182) die Erlaubnis für 12.000 vertriebene freie

Daker, sich in der Provinz Dakien niederzulassen. Wir wissen noch nicht genau,

wo diese Gemeinschaften ansässig wurden. Es gehörte aber

die Erlaubnis der Römer

dazu, für die diese sesshafte Bevölkerung Stabilität bedeutete. Das erklärt auch die

Nähe am

mittleren

Wall, der in diesem Abschnitt den südwestlichen Limes Dakiens

markierte.

Die archäologischen Funde aus dem Raum zwischen Theiß und mittlerem

Wall im Südwesten Dakiens belegen diese Situation. Die dako-römische Siedlung

von Freidorf–Temeswar liegt ca. 1000 m westlich des römischen Walls, während

die von Dumbrăviţa kaum 500 m davon entfernt ist.

Infolge der Markomannenkriege mussten die Römer auf die

terra deserta

bis

zur Theiß, vor dem mittleren Wall entlang der Westgrenze Dakiens verzichten, so

wie das bereits zum Zeitpunkt der Eroberung zu geschehen hatte. Bislang gibt es