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(Serbien), Surducu Mare,
Berzobis
,
Tibiscum
,
Arcidava
(im Punkt Chilii) oder
Drobeta, sondern auch bei Aradul Nou, Pătaş, Eftimie Murgu, Bocşa Română,
Denta und Băile Herculane aufgedeckt worden.
Die Lage in der südwestlichen Ebene Dakiens ist größtenteils unklar. Eine
unter die
falschen
gezählten Inschrift aus Ulpia Traiana (CIL III, 90), die wir unlängst
wieder untersucht haben, bietet eine andere Diskussionsbasis für das Gebiet
zwischen Theiß, Donau und Marosch in der Antike. Die zum Teil erhaltene Inschrift
berichtet über die Karriere eines in Ulpia Traiana wohnhaften
Ritters
namens
M. Papirius...
, der nach der
prima militia
als
praefectus cohortis I Pannoniorum
in
Dakien auch das Amt des
prefectus ripae Danuvii Tibissi
und später oder zugleich
sogar das dritte als
curator pontis Augusti
in Mösien besetzte; damach hat er sich in
die Hauptstadt Dakiens zurückgezogen, wo er
II vir
und
patronus
der Kolonie war
(Benea 2015, 93–104).
Der Text der Inschrift beweist, dass die Römer das Gebiet bis zur Theiß unter
Kontrolle hielten. Vermutlich war zu Trajans Zeit auf eine Weise das gesamte
südwestliche Dakien bis zur Theiß von der römischen Armee besetzt. Man kann
noch nicht bestimmen, wie weit nördlich entlang der Theiß sich dieses Gebiet
erstreckte. Archäologische und Münzfunde aus der Crişana stammen aber aus
Trajans Zeit.
Das Sumpfgebiet vor der Theiß war undurchdringbar und somit ein natürlicher
Schutz vor den Angriffen der Barbaren, die den Fluss nach Osten, in Richtung der
Provinz hätten überqueren können, selbst wenn die römischen Einheiten an der
westlichen
Lederata–Tibiscum
-Linie festgesetzt und nur das Lager bei Werschetz
vor dieser Wehrlinie gewesen wären.
In den ersten Jahren nach der Eroberung werden in diesem Teil außer der
Errichtung der wichtigsten Erdkastelle kaum wichtige politische oder militärsche
Ereignisse verzeichnet. Die Verkehrswege, also die Reichs- und Militärstraßen
Dierna–Tibiscum
und
Lederata–Tibiscum
nebst den Verbindungsstraßen baute man
entlang des linken Donauufers.
Während Hadrians Herrschaft (117–138) wurde westlich der Befestigungsan-
lagen Lederata–Tibiscum ein Wall mit Graben gebaut, wohl zur Abgrenzung
zwischen dem römischen Gebiet und der Ebene, die sich bis zur Theiß erstreckte.
Der Wall verläuft von Süden nach Norden.
Der
römische Wall
verlief von der Donau östlich der Ortschaft Banatska Palanka
(Serbien) nach Norden parallel zu den Militärlagern
Lederata–Berzobis
(durch die
heutigen Orte Jamul Mic, Jamul Mare, Butin, Berecuţa, Birda, Stamora Română,
Sacoşul Turcesc, Ianova, Bencecu de Sus, Remetea Mică und Neudorf) bis zur
Marosch. So wird dieses in der Antike beherrschte Gebiet abgegrenzt.
Auf dem Gebiet Rumäniens und Serbiens wurden entlang dieses Walls und
Grabens keine Grabungen durchgeführt, deshalb verfügen wir über keine genauen
Zeitangaben. Am nächsten liegen sie der Wehrlinie
Lederata–Tibiscum
. Infolge der
Abflachung des Walls und der fehlenden Feldforschungen nehmen wir an, er habe
eine erste Schutzlinie dargestellt, um die erwähnten Befestigungsanlagen zu




