Background Image
Previous Page  414 / 530 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 414 / 530 Next Page
Page Background

413

Verwaltung im Jahr 6 n. Chr. ausbrach, waren im Westen der künftigen Provinz

Mösien bereits römische Militärgarnisonen eingerichtet. Die Nähe dieser Gebiete

an das Banat bzw. den Süden der Tiefebene zwischen Theiß und Donau stellt einen

ersten öffentlichen Kontakt zwischen Römern und Dakern dar, der literarisch

belegt ist.

Im Jahr 6 bricht eine andere große Revolte der Bevölkerung der Provinz

Illyricum gegen die Missbräuche der römischen Verwaltung aus. Der römische

General A. Caecina Severus wurde vom Statthalter Mazedoniens mit dem Amt des

Μυσιας άρχων

versehen und als solcher hat er zuerst bei Sirmium die pannonischen

Barbaren besiegt; nach dem Vordringen der Daker und Sarmaten musste er das

Schlachtfeld verlassen, berischtet Dio Cassius (LV, 30). Er musste sich den Territorien

zuwenden, wo die neue Invasion stattgefunden hatte, um sie abzuwehren. Zu dem

Zeitpunkt war

Sex. Aelius Catus

Legat der Provinz Mazedonien. Zu Beginn des

folgenden Jahres (7 n. Chr.) hat

Caecina Severus

, der sich ebenfalls auf dem

Gebiet der künftigen Provinz Mösien aufhielt, die Angreifenden ins

Barbaricum

verfolgt und wurde auf feindlichem Gebiet in den sogenannten

Volkischen Sümpfen

überrascht, wo er sein Lager aufgeschlagen hatte. Es ist nicht bekannt, wo genau

sich diese befanden, aber sie könnten mit den Sümpfen der Theiß in Verbindung

stehen.

Ceacina Severus

ist es mühsam gelungen, dieser Lage zu entkommen. Das

Gebiet, auf das sich der Abschnitt bezieht, könnte das barbarische nördlich der Donau,

also zwischen Theiß und Donau sein. Der Abschnitt erwähnt das Aufteilen der

römischen Armee in Gruppen, um die Barbaren von mehreren Seiten anzugreifen.

Zu diesem Zeitpunkt könnte auch ein anderes Ereignis stattgefunden haben,

das für die Kenntnis der Beziehungen zwischen Römern und Dako-Geten wichtig

ist. Es handelt sich um

die Expedition des Aelius Catus zur Umsiedlung von 50.000

Geten

von nördlich der Donau auf das Gebiet der künftigen Provinz Mösien, über

die in der Fachliteratur viel diskutiert wird. Die einzige schriftliche Quelle, die

darüber berichtet, stammt von Strabon (VII, 3, 10).

Bezüglich der Orte, woher die umgesiedelten Geten kamen, war die beinahe

einstimmige Meinung in der modernen Geschichtsschreibung beginnend mit V.

Pârvan und R. Vulpe bis jüngst C. C. Petolescu, dass diese aus den Siedlungen der

Muntenischen Ebene (bzw. Zimnicea, Popeşti, Piscul Crăsani usw.) stammten. Um

dieses Ereignis richtig zu verstehen, muss man erstens den Gesamtkontext und

dessen Areal in Betracht ziehen. Das Umsiedeln der Geten südlich der Donau hat

auf einem Gebiet stattgefunden, das nahe desssen war, wo der Aufstand der

einheimischen Dalmaten und Pannoniern gegen die römische Armee stattgefunden

hatte. Das konnte allerdings nur im Süden des Banats und der Ebene zwischen

Theiß und Donau (die heutige Batschka in Serbien) sein, die unseres Erachtens

zuallererst mit der römischen Welt in Kontakt getreten waren. Um das Nordufer

genau überwachen zu können, hat man außerdem entlang der Donau einen Weg

gebaut, der im 1. Jahrhundert n. Chr. im Laufe mehrerer Jahrzehnte repariert wurde.

*

Die Eroberung Dakiens

. Ein besonders heftiger Überfall der Daker hat im

Winter 85/86 stattgefunden, als unter bislang ungeklärten Umständen sogar der