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Verwaltung im Jahr 6 n. Chr. ausbrach, waren im Westen der künftigen Provinz
Mösien bereits römische Militärgarnisonen eingerichtet. Die Nähe dieser Gebiete
an das Banat bzw. den Süden der Tiefebene zwischen Theiß und Donau stellt einen
ersten öffentlichen Kontakt zwischen Römern und Dakern dar, der literarisch
belegt ist.
Im Jahr 6 bricht eine andere große Revolte der Bevölkerung der Provinz
Illyricum gegen die Missbräuche der römischen Verwaltung aus. Der römische
General A. Caecina Severus wurde vom Statthalter Mazedoniens mit dem Amt des
Μυσιας άρχων
versehen und als solcher hat er zuerst bei Sirmium die pannonischen
Barbaren besiegt; nach dem Vordringen der Daker und Sarmaten musste er das
Schlachtfeld verlassen, berischtet Dio Cassius (LV, 30). Er musste sich den Territorien
zuwenden, wo die neue Invasion stattgefunden hatte, um sie abzuwehren. Zu dem
Zeitpunkt war
Sex. Aelius Catus
Legat der Provinz Mazedonien. Zu Beginn des
folgenden Jahres (7 n. Chr.) hat
Caecina Severus
, der sich ebenfalls auf dem
Gebiet der künftigen Provinz Mösien aufhielt, die Angreifenden ins
Barbaricum
verfolgt und wurde auf feindlichem Gebiet in den sogenannten
Volkischen Sümpfen
überrascht, wo er sein Lager aufgeschlagen hatte. Es ist nicht bekannt, wo genau
sich diese befanden, aber sie könnten mit den Sümpfen der Theiß in Verbindung
stehen.
Ceacina Severus
ist es mühsam gelungen, dieser Lage zu entkommen. Das
Gebiet, auf das sich der Abschnitt bezieht, könnte das barbarische nördlich der Donau,
also zwischen Theiß und Donau sein. Der Abschnitt erwähnt das Aufteilen der
römischen Armee in Gruppen, um die Barbaren von mehreren Seiten anzugreifen.
Zu diesem Zeitpunkt könnte auch ein anderes Ereignis stattgefunden haben,
das für die Kenntnis der Beziehungen zwischen Römern und Dako-Geten wichtig
ist. Es handelt sich um
die Expedition des Aelius Catus zur Umsiedlung von 50.000
Geten
von nördlich der Donau auf das Gebiet der künftigen Provinz Mösien, über
die in der Fachliteratur viel diskutiert wird. Die einzige schriftliche Quelle, die
darüber berichtet, stammt von Strabon (VII, 3, 10).
Bezüglich der Orte, woher die umgesiedelten Geten kamen, war die beinahe
einstimmige Meinung in der modernen Geschichtsschreibung beginnend mit V.
Pârvan und R. Vulpe bis jüngst C. C. Petolescu, dass diese aus den Siedlungen der
Muntenischen Ebene (bzw. Zimnicea, Popeşti, Piscul Crăsani usw.) stammten. Um
dieses Ereignis richtig zu verstehen, muss man erstens den Gesamtkontext und
dessen Areal in Betracht ziehen. Das Umsiedeln der Geten südlich der Donau hat
auf einem Gebiet stattgefunden, das nahe desssen war, wo der Aufstand der
einheimischen Dalmaten und Pannoniern gegen die römische Armee stattgefunden
hatte. Das konnte allerdings nur im Süden des Banats und der Ebene zwischen
Theiß und Donau (die heutige Batschka in Serbien) sein, die unseres Erachtens
zuallererst mit der römischen Welt in Kontakt getreten waren. Um das Nordufer
genau überwachen zu können, hat man außerdem entlang der Donau einen Weg
gebaut, der im 1. Jahrhundert n. Chr. im Laufe mehrerer Jahrzehnte repariert wurde.
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Die Eroberung Dakiens
. Ein besonders heftiger Überfall der Daker hat im
Winter 85/86 stattgefunden, als unter bislang ungeklärten Umständen sogar der




