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Licinius im Jahr 324 Dakien wieder erobern und hat unseres Erachtens zu diesem
Zweck ein richtiges Programm entwickelt. Die Untersuchung der Münzfunde aus
den römischen Befestigungsanlagen am Nordufer der Donau bekräftigen diese
Feststellung durch die Münzen der anfänglichen Wohnperiode in den
quadriburgia
gegen Ende der Regierungszeit von Constantinus I. (325–337).
In diesen Kontext gehört auch der Wiederaufbau der großen Militärlager von
Mehadia, Teregova und
Tibiscum
am Timiş–Cerna–Zugangsweg zum Inneren des
Karpatenbogens. Die gleiche Situation gibt es auch beim Bau neuer Befestigungs-
anlagen im Olt–Tal und im Südosten Transsilvaniens bei Comalău, die das Gebiet
der Südkarpaten überwachen sollten.
Die folgende Etappe in der Wiedereroberung Dakiens war der Bau der langen
steinernen Donaubrücke bei
Oescus–Sucidava
, die im Jahr 328 eingeweiht wurde,
deren Bau aber 1–2 Jahre davor begonnen haben musste. Dieser Bau markiert das Ende
der eigentlichen Wiedereroberung des Gebietes der früheren Provinz. Die Reparatur
der Reichsstraße entlang des Oltes hat ebenfalls zu diesem Zweck stattgefunden.
All diese archäologischen, literarischen und sogar epigrafischen Informationen
verweisen auf die unmittelbare Kontrolle des Territoriums der ehemaligen Provinz
bis zu ihrer Nordgrenze bei Porolissum in den Jahren 324/325–328 und danach. So
schwer es auch jetzt zu verstehen ist, es werden immer wieder Elemente auftauchen,
die diese Annahme unterstützen.
Constantius II. (337–361) hat die Politik seines Vaters fortgesetzt, sodass
während seiner Regierungszeit sich nördlich der Donau sehr viele Römer aufhielten.
Davon hat vor allem das Banat profitiert, das
Zugangstor zu Transsilvanien
auf der
Donau, Marosch oder auf Landwegen.
Eine stabile Periode mit gewissen Schwierigkeiten gab es auch in den kommenden
Jahrzehnten bis Theodosius I., weil die spätrömischen Befestigungsanlagen nördlich
der Donau ihre Tätigkeit Ende des 4. oder im ersten Jahrzehnt des 5. Jahrhunderts
eingestellt haben.
Nach den beinahe ununterbrochenen Kriegen im Reich um gewisse Dynasten
auf den Thron zu bringen folgten in dieser Gegend militärische Konflikte mit den
Barbaren. Ihr Versuch, Subsidien zu erlangen oder sich sogar im Reich nieder-
zulassen haben das 4. Jahrhundert eine Zeit werden lassen, in der die militärischen
und politischen Ereignisse den Ruin des Wirtschaftslebens veranlasst haben. Die
Gesetze ab Constantius I. und später Valens haben beim Versuch, diesen Prozess
des wirtschaftlichen Ruins aufzuhalten, extreme Maßnahmen eingeführt (das Binden
der Kolonisten an die Scholle, der Verbieten den Bergleuten ihre Arbeitsplätze zu
verlassen, die Pflicht der Handwerker an ihrem Wohnort zu bleiben, die Weiter-
führung des Handwerks in der Familie usw.).
Folglich war die Wirtschaft im Römischen Reich am Untergehen, aber die
militärische Macht hatte sich den neuen, von den Barbaren aufgezwungenen Kampf-
formen angepasst, die hauptsächlich auf der Reiterei basierten. Gerade das konnte
im Laufe des 4. Jahrhunderts die Kontrolle über fast alle barbarischen Stämme
sichern, die an den Grenzen durch Subsidien in Form von Geld oder Gütern
beschwichtigt wurden.




