Background Image
Previous Page  434 / 530 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 434 / 530 Next Page
Page Background

433

Waffen verbot. Bestimmte römische Exporte wie

Wein, Öl oder Fischsoße

waren

nach den Gesetzen von Valentinianus, Valens und Gratianus (364–378) zur Ausfuhr

ins Barbaricum verboten.

Wir können keineswegs sagen, ob der Abbau der Edelmetalle damals

betrieben wurde.

Diese doppelte, politische und wirtschaftliche Beziehung wurde durch die

geistliche zusätzlich verstärkt, als die christliche Religion als Staatsreligion an-

genommen wurde und die Verbindungen mit dem Reich dadurch beeinflusst

wurden. Obwohl bisher die entdeckten christlichen Kultstätten größtenteils in älteren

Bauten aus vorchristlicher Zeit identifiziert wurden, beweisen sie den praktizierten

Glauben. Die ziemlich vielen Keramikfragmente mit dem

Kreuz

aus der Banater

Ebene und den dako-römischen Siedlungen im östlichen Teil beweisen das Eindringen

des Christentums unter der starken Beeinflussung seitens der traditionellen Kulte

der jeweiligen Volkschaften.

Die Bedeutung des Reiches lässt nördlich der Donau nach dem Tod

Constantius’ II. im Jahr 361 nach. Seine Herrschaft hat ein Aufblühen und Festigen

der Wirtschaft in den Gebieten nördlich der Donau ermöglicht. Das

antike Banat

hat davon profitiert und dadurch eine stabile und ruhige Existenz gehabt, ohne die

besondere Einwirkung der Barbaren.

S. Dumitraşcu hat die entsprechende Situation in der Crişana untersucht, also

in den Gebieten im Westen und im Nordwesten Dakiens und ein

Wiederaufleben

der alten dakischen Gundlage festgestellt. Ähnliches hat H. Thaller-Stiglitz in den

Provinzen Noricum und Raetia (von den Römern ungefähr zur selben Zeit verlassen,

271–272 oder 254, wie man neuerdings meint) gemacht, wo die Orts-, Fluss- und

sogar Flurnamen nach dem Rückzug vorrömische Namen erhalten haben.

Hat die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts

stabile und direkte Beziehungen

zwischen den Einheimischen und den Neukömmlingen (jazygische Sarmaten,

Germanen) gebracht, die vom Römischen Reich überwacht wurden, so haben in

der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und vielleicht auch beginnend mit der

Herrschaft der beiden Brüder Valentinianus und Valens (364–378) bis Ende des

4. Jahrhunderts/ Anfang des folgenden bestimmte ethnische Veränderungen die

Wohnspuren auf dem Gebiet des antiken

Tibiscum

verschwinden lassen. Ganze

Dörfer sind verschwunden und ihre Einwohner mussten sich in geschütztere Gegenden

zurückziehen, die von den römischen Verkehrswegen entfernt waren und das Über-

leben sichern konnten. Die Wirkung der Hunnen hat das ganze Reich erschüttert,

umso mehr die Bevölkerung außerhalb der Grenzen.

Die Romanität nördlich der Donau hat trotz dieser Erschütterung die

unmittelbare Beziehung mit der römischen Welt südlich der Donau

bewahrt, die

ebenfalls beeinträchtigt und zerstreut war.

Im 5. Jahrhundert ist das Römische Reich infolge des tiefen Verfalls zusammen-

gebrochen; Städte sind verschwunden und zwischen ihren Trümmern lebte eine

verarmte Bevölkerung, die in Grubwohnungen wohnte.