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Waffen verbot. Bestimmte römische Exporte wie
Wein, Öl oder Fischsoße
waren
nach den Gesetzen von Valentinianus, Valens und Gratianus (364–378) zur Ausfuhr
ins Barbaricum verboten.
Wir können keineswegs sagen, ob der Abbau der Edelmetalle damals
betrieben wurde.
Diese doppelte, politische und wirtschaftliche Beziehung wurde durch die
geistliche zusätzlich verstärkt, als die christliche Religion als Staatsreligion an-
genommen wurde und die Verbindungen mit dem Reich dadurch beeinflusst
wurden. Obwohl bisher die entdeckten christlichen Kultstätten größtenteils in älteren
Bauten aus vorchristlicher Zeit identifiziert wurden, beweisen sie den praktizierten
Glauben. Die ziemlich vielen Keramikfragmente mit dem
Kreuz
aus der Banater
Ebene und den dako-römischen Siedlungen im östlichen Teil beweisen das Eindringen
des Christentums unter der starken Beeinflussung seitens der traditionellen Kulte
der jeweiligen Volkschaften.
Die Bedeutung des Reiches lässt nördlich der Donau nach dem Tod
Constantius’ II. im Jahr 361 nach. Seine Herrschaft hat ein Aufblühen und Festigen
der Wirtschaft in den Gebieten nördlich der Donau ermöglicht. Das
antike Banat
hat davon profitiert und dadurch eine stabile und ruhige Existenz gehabt, ohne die
besondere Einwirkung der Barbaren.
S. Dumitraşcu hat die entsprechende Situation in der Crişana untersucht, also
in den Gebieten im Westen und im Nordwesten Dakiens und ein
Wiederaufleben
der alten dakischen Gundlage festgestellt. Ähnliches hat H. Thaller-Stiglitz in den
Provinzen Noricum und Raetia (von den Römern ungefähr zur selben Zeit verlassen,
271–272 oder 254, wie man neuerdings meint) gemacht, wo die Orts-, Fluss- und
sogar Flurnamen nach dem Rückzug vorrömische Namen erhalten haben.
Hat die erste Hälfte des 4. Jahrhunderts
stabile und direkte Beziehungen
zwischen den Einheimischen und den Neukömmlingen (jazygische Sarmaten,
Germanen) gebracht, die vom Römischen Reich überwacht wurden, so haben in
der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts und vielleicht auch beginnend mit der
Herrschaft der beiden Brüder Valentinianus und Valens (364–378) bis Ende des
4. Jahrhunderts/ Anfang des folgenden bestimmte ethnische Veränderungen die
Wohnspuren auf dem Gebiet des antiken
Tibiscum
verschwinden lassen. Ganze
Dörfer sind verschwunden und ihre Einwohner mussten sich in geschütztere Gegenden
zurückziehen, die von den römischen Verkehrswegen entfernt waren und das Über-
leben sichern konnten. Die Wirkung der Hunnen hat das ganze Reich erschüttert,
umso mehr die Bevölkerung außerhalb der Grenzen.
Die Romanität nördlich der Donau hat trotz dieser Erschütterung die
unmittelbare Beziehung mit der römischen Welt südlich der Donau
bewahrt, die
ebenfalls beeinträchtigt und zerstreut war.
Im 5. Jahrhundert ist das Römische Reich infolge des tiefen Verfalls zusammen-
gebrochen; Städte sind verschwunden und zwischen ihren Trümmern lebte eine
verarmte Bevölkerung, die in Grubwohnungen wohnte.




